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Gefahrenlage: Wie werde ich gewarnt, was muss ich tun?


Bild: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn

Im Familienchat erfährt man von einem Unfall und möglichen Gefahren in der Umgebung. Auf Social Media kursieren Videos und Hinweise, was nun angeblich zu tun ist. Und dann erhält man vielleicht noch Anrufe, in denen einem etwas ganz anderes erzählt wird. So eine Lage kann sehr verunsichern - dabei kommt es jetzt auf valide Informationen und Sicherheit an. Wie informiert man sich am besten und wie reagiert man richtig?

Richten Sie für den Fall der Fälle eine Warn-App ein, etwa NINA, eine Warn-Anwendung des Bundes. Abonnieren Sie Ihren Wohnort und erlauben Sie Benachrichtigungen, rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Handy Cell-Broadcast-Warnungen empfangen kann.

So nutzen Sie mehrere Wege, um von Gefahren in Ihrer Nähe zu erfahren. Eine Garantie, jede Warnung zuerst oder überhaupt zu erhalten, gibt es laut BBK nämlich nicht. Wenn Sie eine amtliche Warnung für Ihren Standort erhalten, lesen Sie die konkreten Anweisungen und befolgen Sie sie.

Wie erfahren Sie von einer Gefahrenlage?

  • Cell Broadcast: Die Warnung wird über das Mobilfunknetz an geeignete Handys im betroffenen Gebiet gesendet. Sie brauchen dafür keine App und keine Anmeldung. Das Handy muss eingeschaltet sein, Empfang haben und darf nicht im Flugmodus sein. Laut BBK sind neuere Geräte mit Android ab Version 11 beziehungsweise iOS ab Version 16.1 grundsätzlich empfangsfähig; auch Hardware und Updates zählen. Suchen Sie in Ihren Einstellungen nach «Cell Broadcast», «Notfallbenachrichtigungen» oder «Offizielle Warnmeldungen». Je nach Gerät können Warnungen mittlerer und niedriger Stufe unterdrückt werden, Warnungen der höchsten Stufe nicht. Prüfen Sie die Einstellungen Ihres Modells.
     
  • Warn-Apps: NINA zeigt unter anderem Warnungen des Bevölkerungsschutzes sowie Wetter- und Hochwasserinformationen. Abonnieren Sie wichtige Orte und aktivieren Sie Benachrichtigungen. Auch Warnungen für Ihren aktuellen Standort können abonniert werden, wenn die Standortdienste passend eingerichtet sind. KATWARN und BIWAPP sind weitere Warn-Apps. Zwischen den Systemen werden Meldungen ausgetauscht; verlassen Sie sich trotzdem nicht auf eine einzige App.
     
  • Sirenen, Radio, Lautsprecherwagen und Anzeigetafeln: Behörden nutzen je nach Ort und Lage unterschiedliche Kanäle - Sirenen etwa gibt es nicht mehr überall. Ein Sirenen-Alarm beginnt mit einem auf- und abschwellenden Heulton und bedeutet: «Rundfunkgerät einschalten und auf Durchsagen achten». Ein einminütiger Dauerton gibt Entwarnung - der Probealarm ist beendet. Eine stumme Sirene bedeutet nicht automatisch keine Gefahr oder Entwarnung. Bei Strom- oder Mobilfunkausfällen kann ein stromnetzunabhängiges Radio besonders nützlich sein.
     
  • Stadt, Landkreis und lokale Medien: Auf offiziellen Kanälen der zuständigen Behörde stehen Hinweise für Ihren Ort. Aktuelle amtliche Meldungen finden Sie auch auf warnung.bund.de; bei Wettergefahren ist auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine offizielle Quelle. 

Wenn eine Warnung kommt: Was sollten Sie tun?

Warnung genau lesen: Schauen Sie nicht nur auf die Überschrift. Öffnen Sie die Warnmeldung und prüfen Sie vier Punkte:

  • Gebiet: Gilt die Warnung für meine Straße, meinen Stadtteil oder nur für einen Nachbarort?
  • Zeit: Wann wurde sie veröffentlicht oder zuletzt geändert?
  • Anweisung: Was soll man jetzt konkret tun oder unterlassen?
  • Update: Wo und wann findet man neue Informationen oder eine Entwarnung?

Eine Meldung kann richtig sein und trotzdem einen anderen Stadtteil oder eine frühere Lage betreffen Warnungen können je nach zuständiger Behörde regional unterschiedlich sein, so das BBK.

Außerdem sollten Sie einen lokalen Radiosender über UKW oder DAB+ einschalten. Gegebenenfalls gibt es auch Fernsehdurchsagen, digitale Infotafeln in Städten sowie – je nach Kommune – zusätzlich Lautsprecherwagen. Die Telefonnummer 112 ist für Feuerwehr und Rettungsdienst in Notfällen da, 110 für die Polizei. Wichtig: Dies sind Notrufnummern - also nicht für allgemeine Rückfragen wählen.

Was sollten Sie lassen?

Gehen oder fahren Sie nicht zur Gefahrenstelle, nur um zu gucken oder Fotos zu machen. Leiten Sie keine ungeprüften Kettennachrichten oder Screenshots ohne Datum weiter. Fragen Sie stattdessen: Wer hat das zuerst veröffentlicht? Von wann ist die Meldung? Gilt sie für meinen Ort? Das BBK rät, die ursprüngliche Quelle zu suchen und zweifelhafte Behauptungen mit vertrauenswürdigen Informationen abzugleichen - etwa auf Behörden-Webseiten.

Warten Sie bei einer möglichen akuten Gefahr aber nicht einfach ab, sondern suchen Sie zügig nach aktuellen amtlichen Anweisungen. Wenn Sie andere informieren, teilen Sie möglichst den Link zur aktuellen amtlichen Meldung statt etwa einen Screenshot.

Die NINA-Warn-App besitzt eine integrierte Teilen-Funktion (Share-Icon). Damit können Sie den offiziellen Warntext samt Handlungsempfehlungen direkt per WhatsApp, SMS, E-Mail oder über soziale Medien an Familie, Freunde oder Nachbarn weiterleiten. Grundsätzlich gilt: Stets die Anweisungen der zuständigen Behörden befolgen.


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(06.11.2026)


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